Auf der Erfolgswelle: Christopher Fuhrhop über seine Erfahrungen mit Crowdinvesting

RESTUBE: Das Sicherheitssystem im Wasser

Die RESTUBE GmbH – ein Start-up mit Wurzeln am KIT – nutzte als erstes Unternehmen die Möglichkeit, eine Crowdinvesting-Kampagne auf KITcrowd zu platzieren. Das Team von RESTUBE produziert und vertreibt ein Sicherheitssystem für alle Arten des Wassersports. In einer kritischen Situation bläst sich ein Auftriebskörper mittels einer Gaspatrone auf und kann so vor dem Ertrinken retten. 

Von Januar bis Mai 2016 war die Kampagne von RESTUBE auf der Crowdinvesting-Plattform Seedmatch und auf KITcrowd zu finden. Bereits 23 Tage vor Ablauf der Frist knackte das Unternehmen mit der Unterstützung von 640 Investoren das Fundinglimit von 600.000 Euro. Wir trafen den Gründer und Geschäftsführer Christopher Fuhrhop zum Interview.

 

KITcrowd: Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Erfolg! Warum habt ihr euch für Crowdinvesting entschieden und worin liegen die Vorteile dieser Finanzierungsform?

Christopher Fuhrhop: Tatsächlich haben wir in der Vergangenheit unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten genutzt. Zu Beginn der Gründung erhielten wir das EXIST-Gründerstipendium, später eine Anschlussfinanzierung über das Förderprogramm Junge Innovatoren. Außerdem hatten wir bereits vier Finanzierungsrunden mit unterschiedlichen Investoren in unterschiedlichen Größenordnungen erfolgreich umgesetzt. Jetzt geht es für uns ganz klar in Richtung Massenmarkt. Im Rahmen der Crowdinvesting-Kampagne erhielten wir nicht nur zusätzliches Kapital, sondern auch Unterstützer, die am Produkt und an dessen Erfolg interessiert sind, darüber sprechen und somit direkt zur Steigerung der Bekanntheit von RESTUBE beitragen.

 

KITcrowd: Insgesamt 600.000 Euro konntet ihr einwerben. Wie sieht die Verwendung der Mittel aus?

Christopher Fuhrhop: Wir werden die Mittel nutzen, um RESTUBE auf die nächste Professionalitätsebene zu bringen. Die Skalierbarkeit alle Prozesse wird erhöht, sodass RESTUBE noch tragfähiger wird. Das Produktportfolio wird erweitert und vor allem soll Geld in die Unternehmenskommunikation fließen. So werden wir u.a. unsere Webseite professionalisieren und ein professionelles Produktvideo drehen. Als weitere Maßnahme werden wir unser Team verstärken, besonders im Bereich Marketing, Vertrieb – national wie international – und in der Managementebene.

 

KITcrowd: Wie ist es euch gelungen, so viele Investoren auf RESTUBE aufmerksam zu machen?

Christopher Fuhrhop: Wir haben die Kampagne bewusst auf Seedmatch umgesetzt, eine der größten Plattformen in Deutschland. Natürlich haben wir all unsere Kontakte angegangen und selbstverständlich auch das Netzwerk von KITcrowd. Außerdem haben wir großen Wert auf Marketing- und Pressearbeit gelegt, sodass regelmäßig Berichte über RESTUBE in den Medien zu finden waren. Unsere privaten Netzwerke haben wir natürlich auch mobilisiert. Dadurch hat das Ganze irgendwann eine eigene Dynamik bekommen, sodass wir schnell die kritische Masse überwinden konnten. Viele sagen, dass man - wenn der Start einer Kampagne gut ist - auch mit einem hohen „Follow-up“ rechnen. Dies können wir bestätigen. Wichtig dabei ist ein kontinuierlicher Newsstream, Transparenz, sowie eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit.

 

KITcrowd: Wie profitieren Investoren von Ihrer Partizipation?

Christopher Fuhrhop: Bei der Beteiligung handelt es sich um partialische Darlehen: Eine Sonderform des Darlehens, bei der Investoren für ihr Kapital eine prozentuale Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg von RESTUBE erhalten – eine Geldanlage mit vollen Chancen und Risiken. Dieses Darlehen kann nach fünf Jahren vom Investor gekündigt oder nach sieben Jahren vom Unternehmen abgetreten werden, sodass der sogenannte „Bonuszins nach Kündigung“ ausgezahlt wird, der sich nach Umsatz und Unternehmensbewertung bemisst. On Top erhielten unsere Investoren Goodies, wie etwa ein RESTUBE-Basic-Set mit Ersatzpatronen, um die Bekanntheit des Produkts zu steigern. Und natürlich damit jeder der Investoren auch selber mit RESTUBE in das Wasser geht.

 

KITcrowd: Kam es während der Crowdinvesting-Kampagne zu unerwarteten Überraschungen – positiv wie negativ?

Christopher Fuhrhop: Das Projekt verlief größtenteils wie geplant. Wir haben uns darauf eingestellt, dass es gerade zu Beginn eine Flut an Fragen zum Unternehmen und unserem Businessplan gibt – Diese war überschaubar. Eine schöne Überraschung war auch, dass die Kampagne so gut funktioniert hat und fast zwei Drittel unserer Investoren RESTUBE im Vorfeld gar nicht kannten und trotzdem in uns rasch vertrauten. Über die Crowdinvesting-Kampagne hinaus haben wir sogar einen neuen Großinvestor gefunden, der mit 200.000 Euro eingestiegen ist.

 

KITcrowd: Welche Ratschläge würdest du zukünftigen Projektstartern mit auf den Weg geben?

Christopher Fuhrhop: Wir würden jedem raten, sich mehrere Plattformen anzusehen, speziell in Hinblick auf die Größe der Plattform, das Finanzierungsmodell und die internen Prozessstrukturen. Wichtig ist auch die Frage nach der Vermarktung. Die beste Kampagne verläuft im Sand, wenn die Kommunikation nicht stimmt. Dabei sollte man die unterschiedlichen Zielgruppen im Auge haben. Emotionale Menschen erreicht man beispielsweise besonders gut mit einem ansprechenden Video, für zahlengetriebene Menschen muss hingegen vor allem der Business Case stimmen. Persönlich finde ich es außerdem wichtig, mit anderen Personen zu reden, die bereits Erfahrung mit Crowdinvesting haben. So kann man sich auf alle Eventualitäten vorbereiten und erhält wertvolle Ratschläge.

 

KITcrowd: Vielen Dank für das spannende Interview und weiterhin viel Erfolg für dich und dein Team!

 

Mehr Infos rund um RESTUBE finden Sie auf www.restube.de.

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