Engineers without borders

Worum geht's?

Von 1983 bis ins Jahr 2009 tobte im Norden Sri Lankas ein unerbittlicher Bürgerkrieg.

Unter Führung der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) versuchten Teile der tamilischen Minderheit einen von der Zentralregierung im Süden unabhängigen Staat zu gründen. Nach über 25 Jahren endete der Bürgerkrieg mit dem vollständigen militärischen Sieg der Regierungstruppen über die Rebellen.

Die Folgen des Krieges haben besonders bei den Familien tiefe Spuren hinterlassen. Um ein erneutes Aufbegehren der Tamilen zu unterbinden, tritt das Militär im Alltag immer noch als Besatzungsmacht auf. Willkürliche Strafmaßnahmen wie Razzien, Entführungen und sogar Vergewaltigungen waren lange Zeit alltäglich und sind bis heute nicht vollständig verschwunden. Als Folge des Krieges sind zahlreiche junge Männer gefallen oder gelten bis heute als vermisst.

Schätzungen zufolge leben allein im Norden und Nordosten Sri Lankas 86.000 tamilische Witwen.

Seit Kriegsende befindet sich die Region in einem Zustand wirtschaftlicher Stagnation, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein.

Diesem Zustand entgegenwirkend legte unsere Partnerorganisation, die Ordensgemeinschaft der Sisters of the Holy Cross, vor zwei Jahren den Grundstein für unser Projekt. Als soziale Perspektive und Einkommensquelle für die kriegsgeschädigten Frauen gründeten sie eine provisorische Bäckerei. Dort wird seither mit einfachsten Mitteln das landestypische Beilagengebäck „Papadam“ hergestellt.

Der Verkauf ermöglicht den Kriegswitwen ein kleines Einkommen und bildet die Existenzgrundlage für sie und ihre Familien. Aufgrund der begrenzten Mittel steht die Bäckerei allerdings inzwischen vor der Schließung. Hier ist unsere Hilfe gefragt.

Was sind die Ziele?

Durch den Bau eines neuen Bäckereigebäudes wird es für die betroffenen Frauen einen Platz geben, der ihnen tagsüber Sicherheit und eine Arbeitsstelle bietet.

Ein an die besonderen Bedürfnisse der Witwen und deren Familien angepasstes Betriebskonzept soll ein positives und sicheres Arbeitsumfeld schaffen. Mittelfristig wird die verbesserte technische Ausstattung eine Erweiterung des Sortiments und die Erhöhung der Produktion ermöglichen. Langfristig sollen so weitere Arbeitsplätze entstehen.

Uns ist besonders wichtig, dass sich die Menschen von Anfang an mit dem Projekt identifizieren und ein erfolgreicher Weiterbetrieb nach unserem direkten Engagement vor Ort gesichert ist. Deshalb stehen wir schon jetzt, in der Planungsphase, in engem Kontakt zu unseren Projektpartnern, um uns über Ideen und Meinungen auszutauschen und ein Bewusstsein für das gemeinsame Projekt zu schaffen.

Das Bauvorhaben

Um der Bäckerei genügend Raum zu bieten, werden wir ein Gebäude mit rund 200 m² Grundfläche errichten.

Unsere Zielsetzung ist eine Bauweise, die eine hohe Flexibilität in der Nutzung ermöglicht und trotzdem einfach genug ist, um bei den Menschen vor Ort Nachahmung zu finden. Neben der klassischen Schutzfunktion des Gebäudes vor äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, Tieren und Verschmutzungen, wollen wir insbesondere mit den Methoden der Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung einen Impuls zur nachhaltigen ökologischen Verträglichkeit setzen. Da es vor Ort keine Zentrale Wasserver- und -entsorgung gibt wird zusätzlich ein Brunnen mit nachgeschaltetem System zur Wasseraufbereitung benötigt, um die zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser sicherzustellen.

Gerade im engen Rahmen der speziellen örtlichen Gegeebenheiten muss die Konstruktion hohe Anforderungen an Funktionalität, Dauerhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden. So ist etwa die Verfügbarkeit von Materialien, Maschinen und Fachkräften stark eingeschränkt. Daher haben wir uns beim Rohbau für ein Mauerwerk aus selbst hergestellten Leichtbetonsteinen entschieden. Aufgrund des besonders schwierigen und unberechenbaren Baugrunds werden wir eine großflächige Bodenverbesserung vornehmen. Die Plattengründung aus Stahlbeton sorgt dann für einen dauerhaft sicheren Stand des Gebäudes. Das Dach soll aus von uns vorgefertigten Nagelbindern errichtet werden, welche den gesamten Innenraum über zehn Meter freitragend überspannen. Im tropischen Sri Lanka ist der „sommerliche“ Wärmeschutz sehr wichtig. Um daher eine gute Belüftung zu gewährleisten, wird der Dachraum besonders offen gestaltet.

Warum unterstützen?

Begeisterung lässt sich nicht kaufen, sondern kann nur durch Vertrauen geweckt werden und somit weiter wachsen. Wir selbst vertrauen auf jedes einzelne Mitglied im Team und wissen, dass wir das Projekt gemeinsam stemmen können.

Auch die Menschen vor Ort schenken uns ihr vollstes Vertrauen und geben uns ihre Zuversicht, dass dieses Projekt zu neuen Impulsen in der Region führen wird. Arbeit bedeutet für die Frauen einen geregelten Alltag, also ein geregeltes Leben in Sicherheit und ohne Ängste.

Vertrauen also auch Sie auf uns und unterstützen Sie uns in unserem Vorhaben.

Sie lassen damit nicht nur unseren Traum wahr werden, sondern vor allem den Traum der Menschen vor Ort.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Finanzierungskonzept
Transparenz in der Mittelverwendung steht bei uns an vorderster Stelle. Wir unterscheiden uns hierdurch bewusst von anderen Hilfsorganisationen. Die Philosophie unseres Vereins beruht darauf, dass jeder Euro, der uns gespendet wird, zu 100% ins Projekt einfließt.

Wir arbeiten nach drei Prinzipien, die es uns ermöglichen, unsere Mittel sinnvoll und nachhaltig einzusetzen.

  • Eigenanteil: Für die gesamte Planungszeit in Deutschland fallen keinerlei Kosten an, da unsere Arbeit im Verein ehrenamtlich ist. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung vor Ort tragen wir über den gesamten Umsetzungszeitraum als Eigenanteil. Um die kostenintensive Anreise zum Projektort für jeden Studenten zu ermöglichen, werden die Flugkosten zu einem Drittel vom Verein getragen. Die hierfür verwendeten Mittel stammen nicht aus dem Projektbudget.
  • Lokale Investitionen: Um möglichst viele Menschen vom Projekt profitieren zu lassen, wollen wir das Projektgeld in die sri-lankische Wirtschaft fließen lassen. Wo immer es möglich ist, setzen wir auf lokale Materialien und Werkzeuge
  • Sachspenden: Im Projektland nicht verfügbare Spezialausrüstung bzw. Materialien werden nur verwendet, wenn wir sie von den Herstellern in Deutschland als Sachspende zur Verfügung gestellt bekommen.

Überfinanzierung: Jedes Bauprojekt hängt von drei maßgebenden Faktoren ab: Kosten – Qualität – Zeit. Für uns bedeutet dies, dass wir im Falle einer Überfinanzierung auf verschiedene Art und Weise reagieren können. Unvorhersehbaren Kostensteigerungen kann ohne Qualitätseinbußen begegnet werden. Umgekehrt ist es möglich den Umfang an Bauleistungen oder der Ausstattung zu erweitern, z.B. durch die Anschaffung eines effizienteren Backofens oder Ventilatoren, die das Klima in den Produktionsräumen verbessern würden.

Projektpartner: Die Baufläche wurde von unserem Projektpartner Sisters of the Holy Cross erworben und steht uns kostenfrei zur Verfügung. Zusätzlich werden die laufenden Kosten für den Betrieb der Bäckerei von den Ordensschwestern getragen, bis die Bäckerei auf eigenen Füßen steht und durch ihre Gewinne die laufenden Kosten eigenständig decken kann.

Wer steht hinter dem Projekt?

Unsere Hochschulgruppe „Engineers Without Borders – Karlsruhe Institute of Technology e.V.“ hat es sich zum Ziel gesetzt durch nachhaltige Projekte die Lebenssituation von Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern. Dieses Vorhaben setzen wir als Teilgruppe "Sri Lanka" seit 2004 motiviert um. Vorrangig geht es uns um ingenieurstechnische Hilfeleistungen, bei denen wir unser im Studium erworbenes Wissen sinnvoll einsetzen können. Begeistert von der Möglichkeit etwas zu bewegen, zu organisieren und zu planen, führen wir zusammen mit Kommilitonen verschiedener Fachrichtungen solche Hilfsprojekte durch. Diese wollen wir dort umsetzen, wo unsere Hilfe am meisten benötigt wird und die Menschen ihre Situation allein nicht verbessern können.

In der Vergangenheit verwirklichten wir bereits verschiedene Projekte. Dazu gehören zum Beispiel der Bau einer Wasserzisterne und zweier Hängeseilbrücken, von denen die letzte im Sommer 2013 fertiggestellt wurde. Für weitere Informationen zur Arbeit unseres Vereins laden wir Sie ein unsere Vereins-Homepage unter www.ewb-karlsruhe.de zu besuchen.

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Wenn Sie aktiv dem weiteren Verlauf unseres Bäckerei-Projekts folgen wollen, erfahren Sie alle Neuigkeiten auf unserem Blog www.ewbbaeckerei.wordpress.com.

Die 'Engineers without Borders' engagieren sich in beeindruckender Weise in den schwächeren und benachteiligten oder von Naturkatastrophen heimgesuchten Regionen der Welt. Die Studierenden des KIT nutzen ihr Wissen, um Maßnahmen zur Trinkwasserversorgung, den Bau von Brücken und Schulen und vielen weiteren Infrastruktureinrichtungen gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu realisieren. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur konkreten Hilfe und sind zugleich im besten Sinne Botschafter Karlsruhes in der Welt. Hierfür sage ich allen Mitgliedern Dank und würde mich freuen, wenn der Verein weitere Unterstützer finden würde.
Dr. Frank Mentrup Oberbürgermeister Karlsruhe

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