Was ist Crowdinvesting?

Crowdinvesting ist eine Finanzierungsform, die sich aus dem klassischen reward-based Crowdfunding entwickelt hat. Auch hier steht der Grundgedanke im Mittelpunkt, dass eine Vielzahl von Menschen mit ihrer finanziellen Unterstützung die Umsetzung eines Projekts ermöglicht. Der Unterschied zum Crowdfunding liegt in der Rolle der Projektförderer. Während diese beim Crowdfunding die Rolle der Spender/innen oder Sponsor/innen einnehmen, werden sie beim Crowdinvesting zu Investor/innen des Projekts.
Genauer bedeutet dies, dass die Investor/innen Geld in ein Start-up oder Wachstumsunternehmen einsetzen und dafür eine entsprechende Beteiligung am Unternehmen und/oder am Gewinn erhalten. Die möglichen Formen der Beteiligungen sind je nach Plattform unterschiedlich. Oftmals handelt es sich um ein partiarisches Nachrangdarlehen oder um verschiedene Arten der stillen Beteiligung.

Partiarische Nachrangdarlehen

Bei einem partiarischen Nachrangdarlehen vergeben die Investor/innen für eine gewisse Dauer Darlehen an das Start-up. Sie werden dann anteilig an den Gewinnen des Start-ups beteiligt. Bei einem Verkauf des Start-ups werden die Investor/innen am erzielten Erlös beteiligt. Bei einem Verlust sind die Investor/innen von einer Beteiligung ausgeschlossen.

Typische stille Beteiligung

Auch bei einer stillen Beteiligung sind die Investor/innen prozentual am Gewinn und beim Verkauf des Unternehmens am Erlös für dieses beteiligt. Nach außen treten sie jedoch nicht in Erscheinung. Die Investor/innen haben in der Regel kein Mitspracherecht und können vertraglich von der Beteiligung im Falle eines Verlusts ausgeschlossen werden. Im Falle einer Insolvenz können die Investor/innen ihre Ansprüche geltend machen.

Atypische stille Beteiligung

Darüber hinaus gibt es die Form der atypisch stillen Beteiligung. Die stillen Gesellschafter werden hier sowohl am Gewinn als auch am Verlust des Gesellschaftsvermögens beteiligt. Die Beteiligung erfolgt maximal in Höhe des eingelegten Vermögens. Vertraglich kann eine Beteiligung im Falle eines Verlusts allerdings auch hier ausgeschlossen werden. Im Gegensatz zur typisch stillen Beteiligung haben die Investor/innen bei der atypischen Form der stillen Beteiligung oft mehr Mitspracherechte.

 

Chancen und Risiken

Im Gegensatz zu klassischen Beteiligungen können sich Investor/innen beim Crowdinvesting bereits mit relativ geringen Geldbeträgen an einem Unternehmen beteiligen. Darüber hinaus bieten Crowdinvesting-Projekte in der Regel attraktive Zinssätze, welche ein großes Renditepotenzial für Investor/innen bergen.
Das große Renditepotenzial bedeutet jedoch gleichzeitig auch ein hohes Risiko. Für den Fall, dass das Start-up beziehungsweise das Projekt scheitert, ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Deshalb sollten Investor/innen nur Geld investieren, dessen Verlust sie finanziell verkraften können. Generell ist es sinnvoll, dass Investor/innen ihr Risiko streuen, indem sie Investments auf mehrere Projekte verschiedener Branchen verteilen.

 

Verantwortung

Als Investor/in müssen Sie sich im Klaren darüber sein, dass Sie die Verantwortung für die Investition tragen. Zwar treffen die Crowdinvesting-Plattformen eine Vorauswahl an erfolgsversprechenden Projekten, dennoch nehmen sie keine Gewähr für die tatsächliche Entwicklung dieser Projekte. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Investor/innen das jeweilige Angebot kritisch beurteilen.

 

Laufzeit

Beteiligungen an Crowdinvesting-Projekten sind meist sehr langfristig ausgelegt und umfassen in der Regel eine mehrjährige Mindestlaufzeit. Aus diesem Grund sollten sich Investor/innen vorab genau überlegen, wie lange sie welche Summen anlegen wollen und wann sie mit möglichen Rückflüssen rechnen.
 

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