3D-USCT: Nach erfolgreichem Crowdfunding durch KIT-Lever gehebelt

Das Team von „3D-Ultraschall-Computertomographie (3D-USCT)“ hat es geschafft! Sie konnten die anvisierte Fundingschwelle von 30.000 Euro übertreffen. Damit profitiert 3D-USCT als erstes Leveraged-Crowdfunding-Projekt vom KIT-Lever. Das bedeutet, dass die mit Crowdfunding erreichte Spendensumme durch Mittel aus dem KIT-Innovationsfonds gehebelt wird.

Das Projektteam rund um Dr. Nicole Ruiter und den emeritierten Professor Hartmut Gemmeke hat ordentlich die Werbetrommel gerührt und in weniger als drei Monaten mit Hilfe von rund 150 Unterstützern die benötigten Mittel eingesammelt.

Das Team forscht am Institut für Prozessdaten-verarbeitung und Elektronik (IPE) an einem schonenden Verfahren zur Brustkrebsfrüh-erkennung durch 3D-Ultraschall-Computer-tomographie. Ziel ist es, Tumore schon mit einer Größe von 5 mm zu entdecken und dadurch die Heilungschancen deutlich zu erhöhen.

Wir haben die Projektleiterin Dr. Nicole Ruiter (ganz links) und Michael Zapf, langjähriges Projektmitglied und Crowdfundingorganisator (ganz rechts), zum Interview getroffen.


KITcrowd: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem tollen Erfolg. Ihr Projekt haben Sie vollständig durch Crowdfunding finanziert. Welche Erfahrungen haben Sie mit dieser Art der Finanzierung Ihres Projekts gemacht?

MZ: Uns war schnell klar: Mit Crowdfunding kann man einiges erreichen, man muss aber auch viel dafür tun. Es gibt viele offene Ohren, die man jedoch aktiv suchen muss. Ein großer Vorteil für uns war die Tatsache, dass es bereits andere Projektteams mit Crowdfunding-Kampagnen auf KITcrowd gab, mit denen wir uns im Vorfeld austauschen konnten.

KITcrowd: Welche Maßnahmen haben Sie konkret unternommen, um die Öffentlichkeit zu erreichen?

NR: Wir haben die verschiedensten Kanäle genutzt. Vieles lief über Mund-zu-Mund-Propaganda, d. h. die direkte Ansprache von Frauenbeauftragten, Gleichstellungsbeauftragten, Brustkrebs-Selbsthilfegruppen und Ärzten, die wiederum andere auf unser Projekt aufmerksam gemacht haben. Zum Teil waren wir auch mit Informationsständen in der Umgebung unterwegs, um z. B. auf Weihnachtsmärkten in Karlsruhe und Rastatt direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

MZ: Auch in den sozialen Netzwerken, wie z. B. Facebook, waren wir aktiv, was uns einiges an Aufmerksamkeit eingebracht hat. Außerdem haben wir die regionalen Medien genutzt und Kontakt zu freien Reportern aufgenommen, die über uns berichtet haben.

KITcrowd: Haben Sie durchweg an den Erfolg Ihrer Crowdfunding-Kampagne geglaubt?

MZ: Dadurch, dass wir das erste reine Forschungsprojekt auf KITcrowd waren, konnten wir uns nie sicher sein, ob USCT überhaupt für Crowdfunding geeignet ist. Zwischendurch gab es auch eine längere Dürrephase. Aber gerade zum Ende hin konnten wir noch einmal viele Spender aktivieren, so dass die Kampagne erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Über den Enthusiasmus unserer Unterstützer haben wir uns riesig gefreut.

KITcrowd: Wie geht es jetzt mit USCT weiter und was passiert mit der finanziellen Unterstützung?

NR: Das Geld wird zum einen für die Optimierung des Geräts verwendet, wodurch eine Verbesserung der Bildgebung erzielt werden soll. Zum anderen wollen wir unsere Patientenstudie in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Mannheim vorantreiben. Dabei geht es darum zu zeigen, dass 3D-Ultraschalltomographie genauso zuverlässig funktioniert wie ein gewöhnliches MRT, d.h. eine Mammografie der Brust.

KITcrowd: Welche Ratschläge würden Sie anderen Projektstartern mit auf den Weg geben, die Crowdfunding zur Finanzierung Ihrer Projekte nutzen wollen?

MZ: Dranbleiben und die Hoffnung nicht verlieren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es gerade in der Mitte eines Projekts mal eine Tiefphase gibt, in der sich kaum etwas bewegt. Deswegen sollte man alle Möglichkeiten ausprobieren, mit denen sich potenzielle Unterstützer erreichen lassen. Außerdem haben wir festgestellt, dass gute Vorbereitung zwar wichtig ist, man aber eine gewisse Flexibilität in der Anpassung von Marketingmaßnahmen nicht verlieren darf. Vieles kommt anders als man denkt. Dann muss man dynamisch auf das Feedback der Zielgruppe reagieren können.

KITcrowd: Würden Sie sich rückblickend wieder für Crowdfunding zur Finanzierung Ihres Projektes entscheiden?

MZ: Definitiv. Denn neben der eingeworbenen Unterstützung, die unserem Projekt nun direkt weiterhelfen wird, haben wir vielfältige neue, positive Kontakte aufbauen können, die uns möglicherweise sogar noch mehr helfen werden, mittel- und langfristig. Dies war auch tatsächlich eine der Hauptmotivationen für das Wagnis über Crowdfunding an die Öffentlichkeit zu gehen und dies hat sich für uns auf jeden Fall bewahrheitet. Beispielweise haben wir nun regen Kontakt zu dem Karlsruher Cyberforum, für dessen Unterstützung wir uns hier ebenfalls bedanken können und auch auf die zukünftige Zusammenarbeit freuen. Und viele, viele hochmotivierte Einzel-Unterstützer, deren Begeisterungsfähigkeit und Unterstützungsangebote in vieler Form vielleicht das schönste Feedback war.

KITcrowd: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung des Projekts.

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